Gesunder Egosimus, Identitätsfindung.

  • Wir Menschen sind Tiere mit Extras. Die animalische Natur lässt sich nicht abstellen. Schaut man ins Tierreich, wäre es absurd zu denken, ein Tier könnte ohne seine Natur leben. Biologischer Imperativ.


    Maggi, gesunden Egoismus sehe ich im Moment als ein erträgliches Maß an Stolz, Selbstsorgsamkeit (Selbstzuneigung), Selbstmitleid und Selbsterhaltung. Erträglich soll heißen: das man anderen nur minimalen Schaden zufügt und auch sich selbst. Es ist ein annähernd idealer Schwingungsbereich unserer animalischen Seite, sodass jederzeit ein Bewusstsein im Kopf ist, dass man es unterlassen kann, die Menschlichkeit (Menschenwürde) seiner Mitmenschen und seinerselbst zu schaden - zu zerstören :(. Das ist ein Gespür für sich selbst. Selbstkontrolle und Selbstreflektion beruhen darauf. Darauf fußt das überlebenswichtige und zum Altruismus führende Vertrauen in die Welt. Ein gesunder Egoismus ist u.a. notwendig, um seine selbsterhaltende Natur nicht zu verleugnen, sie aber auch nicht bis zum Exzess auszuleben. Ist ein Prinzip - ein Ideal.


    Vorsicht vor jenen, die die animalischen Bestrebungen exzessiv ausleben, ohne Respekt vor bestimmten Menschen und Menschengruppen. Vorsicht auch vor jenen, die den Ruf absoluter Gerechtigkeit für sich beanspruchen. Da tarnen sich die perfidesten Mörder der Menschenwürde. Frei flottierendes Gebundensein und zuviel empathische Zuwendung ist bei den beiden "Gruppen" glatte Selbstzerstörung und sich zu dunklen Verhaltensweisen verführen zu lassen. Auf sich selbst achten. Die Augen offen halten. Sich managen. Bewusstsein schaffen. Bindungen umleiten.


    Das alles ist sehr komplex. Es gibt sicher soviel dazu zu sagen. Auch zur Identitätsfindung. Hat mit der Bewusstwerdung, Würdigung und realistischen Einschätzung der eigenen Möglichkeiten zu tun. Leicht gesagt, schwer getan.

  • Ich habe "denen" ;-) einmal ein Dokument hochgeladen, es lohnt sich IMHO zu lesen. Philosophische Literatur, habe es einmal während eines Urlaubs an der Ostsee in der Strandmuschel gelesen, fand es ganz interessant. Ebenfalls meiner Meinung nach bemerkenswert: :hier:.


    Die Identität wird zunächst durch die Eltern geprägt, später findet man dann immer mehr seine eigene "MEINUNG". Dies ist die psychologische Sichtweise auf das Problem.

  • Hallo,


    ich halte einen gesunden Egoismus für sehr wichtig.

    Gesunder Egoismus heißt für mich,dass ich mich genauso um meine persönlichen Belange kümmere wie um die von Menschen,die mir wichtig sind.

    Schließlich kann man in dem Versuch,für andere Menschen etwas zu tun oder ihnen zu helfen,sich auch aufreiben oder gar verlieren. Das Stichwort dazu ist Co-Abhängigkeit.


    Das mit der eigenen Identität ist schon schwieriger für mich...Ich glaube,dass es für mich als Psychose-Erfahrener sehr wichtig ist,meine Identität zu klären und auch dann zu stabilisieren,damit die Seele keinen Grund oder keinen Raum hat,in andere Dimensionen abzudriften.

    In einer Psychose löst sich ja die eigene Identität auf,so dass wir sowohl von inneren Reizen als auch von äußeren Reizen überflutet und destabilisiert werden.

    Also kann es meiner Meinung nach,im Sinne einer Prophylaxe,wenn ich mich nicht nur auf Psychopharmaka verlassen will,auch darum gehen,die eigene Identität,also die Ich-Stabilität,zu stärken und zu festigen.

    Gleichzeitig glaube ich heute,dass der Mensch,der Psychosen erlebt hat,nie mehr derselbe oder der "Alte" sein wird.

    Auf einer spirituellen Ebene ist die Vorstellung von einem getrennten und isolierten Ich sowieso eine Illusion.

    Dennoch ist diese Illusion eines autarken Ichs,auch Ego genannt,wichtig,um zwischen den verschiedenen Ebenen der Wirklichkeit switchen zu können,ohne dabei ernsthaften Schaden zu nehmen.