Quetiapin und Gewichtsreduktion

  • Hallo zusammen,

    momentan nehme ich:

    - 75 mg Venlafaxin

    - 3 mg Risperidon

    am Morgen und

    - 300 mg Quetiapin

    - 3 mg Risperidon

    - 4 mg Fluanxol

    am Abend.


    Ohne das Quetiapin habe ich beim letzten Klinikaufenthalt abgenommen ohne wirklich was dafür gemacht zu haben, habe also einen sehr guten Stoffwechsel normalerweise. Leider musste es wieder mit in meinen Medikamentencocktail aufgenommen werden, da ich ohne Quetiapin noch nicht ganz wieder da war.

    Den letzten Klinikaufenthalt hab ich nur aufgrund des Absetzens von Quetiapin machen müssen. Denn vor dem letzten Aufenthalt bekam ich 15 mg Abilify und 300 mg Quetiapin. Das machte mich aber immer so müde, dass ich kaum arbeiten konnte. In Absprache mit dem Arzt gingen wir in ganz kurzer Zeit, dann mit dem Quetiapin runter, bis ich auf 0 war. Dann hatte es keine 24 Stunden mehr gedauert und ich war wieder psychotisch.


    Der komplette Aufenthalt mit Reha hat mich ein 3/4 Jahr gekostet.


    So viel zu meiner Vorgeschichte.


    Wie ich bereits im Betreff geschrieben habe, möchte ich gerne abnehmen, da ich immer weiter zugenommen habe unter der Einnahme von Quetiapin. Leider ist es fast unmöglich auch nur 1 Kilo abzunehmen, egal was ich mache. Kennt das noch jemand? Ich war letzte Woche auch bei meiner Ärztin. Sie meinte, ich soll das Quetiapin von 300 mg auf 150 mg reduzieren. Als ich dann meine Bedenken geäußert habe, ist sie zu dem Entschluss gekommen ich solle das Fluanxol von 4 mg auf 2 mg senken. Habe ich aber bis jetzt nicht gemacht. Leider will sie jedes mal, wenn ich von Beschwerden erzähle, meine Medikamente senken. So z.B. auch bei dem Problem, dass ich immer noch unter Müdigkeit leide.

    Ich weiß echt nicht was ich machen soll. Irgendwie muss ich doch abnehmen können und meiner Müdigkeit entgegen wirken.


    Naja ich hab nun einfach mal meine Problematik offen gelegt und hoffe, dass ihr vielleicht etwas dazu sagen könnt.

  • Ja leider. Ist schon die dritte Episode gewesen. Es würde mich auch mal interessieren, ob andere auch so viel nehmen müssen.


    Zum Vorschlag bzgl der Diät muss ich sagen, dass ich selbst das schon probiert habe, ohne wirklich Erfolg damit gehabt zu haben.


    Das Quetiapin ist ja eher zu dämpfen da, anstatt gegen die Psychose zu wirken, oder sehe ich das falsch? Wenn ich es diesmal schleichend absetze, könnte ich doch vielleicht ohne klarkommen, oder?

  • Echt? Du hast noch Schübe? Wie wirken die sich aus? Wie viele akute Phasen hattest du schon?


    Ich fühle mich momentan Recht stabil. Merke eigentlich gar nix mehr von meinen psychotischen Gedanken. Hoffe nur ich bin nicht schon zu sehr abgestumpft.

  • Ich glaube solang du Seroquel nimmst, wirst du nicht abnehmen können. Aber langsames Ausschleichen wäre in meinen Augen ein Versuch wert. Vielleicht kannst du auch statt Seroquel es mal mit Zeldox probieren, wenn unbedingt ein weiteres Neuroleptikum nötig ist. Das ist relativ gewichtsneutral.

  • Hallo Henso herzlich Willkommen!

    Hier eine sehr gute Alternative Therapie mit der man vermutlich am einfachsten abnehmen kann, dazu muss man aber erstmal die Medikamente deutlich reduzieren, da du anscheinend bei 15mg Aripiprazol(Abilify) Probleme gehabt hast könnte das schwer sein, bei mir waren 5mg genug wobei meine frühere Ärztin mal gemeint hat das man von zuviel Aripiprazol man auch psychotisch werden kann.

    Bupropion + Aripiprazol-Bedarf Therapie


    Ziprasidon(Zeldox) finde ich auch ist wie Candykills schreibt eine gute Alternative wo man kaum damit zunimmt, soll aber laut einer Metastudie schwächer als die Üblichen Neuroleptika.


    Hier kannst du das nachlesen(Tabelle) bezüglich der Gewichtszunahme sind Aripiprazol und Ziprasidon schon mit gut.

    Gewichtszunahme von Neuroleptika und Antidepressiva



    Aripiprazol etwa soll man alleine einnehmen, also da du ja einige verschiedene Nls auch ein hochpotentes Typisches hast kann man da ja keine Nebenwirkungen mehr abschätzen, ist meiner Meinung sehr gefährlich was du da einnimmst. Normal heißt es ein oder Maximal 2 Neuroleptika. Du hast 3 darunter ein typisches Hochpotentes und ein Antidepressivum.


    Vielleicht solltest du mal in eine Klinik gehen und dich da umstellen / neu einstellen lassen, bei so vielen Medikamenten würde sich das denke ich anbieten.

    Ziel sollte finde ich sein das man mit einen Atypischen Medikament wie Aripiprazol oder Ziprasidon klar kommt, Fluanxol auch wenn es gut wirkt im Akutfall ist eben finde ich zumindest keine Dauerlösung.

    Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Aripiprazol 5mg gemacht(heute nur noch Bedarf) 10mg soll schon ca. das Wirkmaximum sein und zusätzlich habe ich 450mg Bupropion was die Wirkung sehr gut ergänzt. Im oberen Link ist das genauer beschrieben, vielleicht würde sich das für dich später auch mal anbieten, also bei mir ist das ideal.

  • In eine Klinik möchte ich eigentlich nur ungern. Da ich erst im Sommer diesen Jahres wieder arbeiten konnte.


    Ist es denn möglich mit dem behandelnden Arzt auf ein anderes Medikament umzuschwingen? Dachte wenn man einmal eingestellt ist, sollte man daran nix mehr ändern.


    Wenn abilify wirklich in hoher Dosis psychotisch wirkt, weiß ich ja jetzt, warum ich damals wieder psychotisch wurde.

  • Also wäre möglich das es an der Dosis lag. Aripiprazol dockt glaube ich einseitig an den Synapsen an und kann auch von daher kommen. Habe nur mal gehört von meiner damaligen Ärztin das zuviel davon auch psychotisch machen kann. Kann mich auch verhört haben oder getäuscht.


    Empfehlen würde ich es in Kombination mit Bupropion das SNDRI Antidepressivum wirkt ergänzend sehr gut, also bei mir wurde es damit erst richtig gut vorher hatte ich auch unter Aripiprazol Restsymptome also habe mich zumindest mit einer leichten Symptomatik abgefunden und das kann ja bei jedem etwas anders sein. Dafür hat es deutlich weniger Nebenwirkungen und zusammen mit dem Bupropionbin ich heute vergleichsweise Symptomfrei auch ohne Negativsymptomen. An sich bekomme ich das hin indem ich Aripiprazol nur Bedarfsweise nehme aber üblicherweise wird es täglich verordnet. Muss man denke ich ein bisschen schauen wie man da am besten zurecht kommt.

  • Kann aber auch sein das du eben mit Aripiprazol weniger gut klar kommst, Ziprasidon wäre wie gesagt auch einen Versuch wert. So bietet sich bei der Menge an Medikamenten die du bekommst finde ich eine Klinik an, also ich würde da mal woanders hingehen, weil an und für sich sind das zuviele Medikamente und wenn müsstest du vermutlich am besten komplett umgestellt werden.


    Arbeiten wird mit den Medikamenten die du bekommst sich auch sehr schwer gestalten also an deiner Stelle würde ich erstmal das mit der Gesundheit machen damit du gut eingestellt bist(eventuell Erwerbsminderungs-Rente beantragen) und dann wieder ins Arbeitsleben einsteigen.

  • Weist du warum einen da nur halbgares Serviert wird, welche Hintergründe das haben kann?

    In puncto Medikamente sind die Psychiater (wie Ärzte auch) praktisch von der Pharma-Industrie abhängig. Sie bestimmt durch ihre PR, Werbung, Vertreter und Fortbildungsveranstaltungen, was die Behandelnden wissen, welche Arzneien sie verschreiben und wie sie therapieren. Wenn man genauer hinsieht, ist das ein einziger Pharma-Sumpf. Unabhängige Forschung bei den Arzneimitteln gibt es wenig, die Studien der Pharma-Konzerne dominieren den wissenschaftlichen Diskurs. Insofern würde ich auch hier der Ärztin oder dem Psychiater nicht den großen Vorwurf machen, er/sie weiß es oft nicht besser.


    Bei der Zunft der Psychiater nimmt es allerdings schon groteske Züge an. Aber Du weißt ja, wie ich generell zu denen stehe. Ihre Funktion ist ja auch nicht das Heilen, sondern das "Normalisieren". Da ist Wissenschaftlichkeit nebensächlich. Also nicht aufregen, sondern einfach seine eigenen Bewertungen machen und seine eigenen Entscheidungen treffen. Immer schauen, was einem tatsächlich hilft.


    Gruß :)

    "Man ist und bleibt so lange ein Sklave, bis man vom Hoffnungswahn geheilt ist." - Emil Cioran (1911-1995)

  • Ich hatte vor Quetiapin andere Medikamente und 20Kg zugenommen, als ich auf Quetiapin umgestellt wurde ging mein Gewicht wieder auf normal zurück, nehme es jetzt seit 1 Jahr und Gewichtszunahme und ist auch das einzige ohne komische Nebenwirkungen bei mir, man kann auch sehr gut schlafen und extrem gut Luzide Träumen. Ich denke eher das ein anderes Medi aus deinem Cocktail das Gewicht verändert oder halt extrem in Verbindung mit Quatipin. Ich bekomme 400mg da es mich aber immer total "umhaut" teile ich es mir über den Tag auf.

    Grüße