Zwangsbehandlung/Zwangsmedikation

  • Hallo zusammen!
    Hat von Euch schon jemand Erfahrung mit Zwangsbehandlung/Zwangsmedikation?
    Ich habe mich mal im Internet belesen und habe herausgefunden, dass man -falls man in einer akuten Psychose die Kontrolle verliert- nicht einfach so zwangsbehandelt werden darf, da es sich nach Grundrecht aus Art. 2 Abs. 2 1. GG um eine Verletzung des Grundrechts handelt. Es gibt keine hinreichende gesetzliche Grundlage für eine medizinische Behandlung, nach Bestimmung des §1906BGB.
    Wenn man möchte, kann man der Person seines Vertrauens (auch der Betreuer ist möglich) eine Patientenverfügung erteilen, welche dann im Notfall für einen handelt, je nachdem was ihr in diese Verfügung schreibt.

  • Hi Alice,
    das Glück hatte ich leider nicht, mir hat man einen Betreuer aufgebrumt, obwohl das auch meine Mutter gemacht hätte und später umgeschrieben werden musste und so konnte man mich aufgrund Eigengefährdung vermutlich Zwangsbehandeln und Zwangsmedikation verabreichen.
    War alles schon sehr unangenehm, man ist mit Haldol eines der stärksten Mittelchen angerückt und man hatte bei der Behandlung keine Chance. Die Nebenwirkungen waren dermaßen das erstmal die Sprache und das Gedächtnis aussetzte oder sehr schlecht war, sogar bis zu Blackout, gegen die Nebenwirkungen hat man mir dann weil ich es schlecht vertragen habe Akineton erst gespritzt und dann in Tablettenform gegeben.
    Da mir der Betreuer aufgebrummt wurde und keine Patientenverfügung da war, hat dieser mich als krank abgesegnet im einvernehmen des Arztes nach einen kurzen 3er Gespräch als ich bereits diese harten Medikamente hatte und allein diese einen keine Chance gaben sich da zu verteidigen oder rauszureden als krank gar abgestempelt also man hat keine Chance.
    Selbst fand ich es ein Verbrechen, da diese Medikamente doch einen längerwirkenden Schaden verursachten und meiner Meinung gerade am Anfang andere moderne A-typika wie Abilify völlig ausgereicht hätten und mir dadurch einiges erspart geblieben wäre, also fast Nebenwirkungsfrei abgelaufen wäre. Auch wenn man meint in der Akutbehandlung seien typische Neuroleptika gut ist dem nicht so und zudem gibt es selbst da noch verträglichere als Haldol.
    Selbst glaube ich das man dadurch das ganze Gleichgewicht im Kopf gar kaput macht, gerade bei Erstdiagnose und so die Abhängigkeit von den NL erhöhen möchte, aber vorgibt das man dadurch den Patienten schnell von seinem Leiden erlöst. Im Gegenteil da die Folgeschäden weit länger als die 6Wochen der Behandlung anhalten und es zu Krankheitsuneinsicht führt wenn diese harten Medikamente aus Zwang eingesetzt werden. Vermutlich wird im Kopf der Stoffwechsel, was auch durch die Gewichtszunahme und Leistungseinbruch erkennbar ist so geschädigt das man irgendwann nur noch aufgibt und es statt eine Behandlung eine Gehirnwäsche ist, wo man dann bei Null anfängt und kapituliert.
    Bei mir war das so und erst nach 2Wochen Geschlossene wurde dann auf ein A-typika umgestellt und das Haldol erst langsam ausgeschlichen, damals verwendete man Risperdal was auch ein schlechtes Medikament mit vielen Nebenwirkungen ist obwohl es längst Abilify auf dem Markt gab, was zeigt das man auf die Qualität der Behandlung keinen großen Wert legt nur auf die Schnelligkeit und da kann man auch daran zweifeln ob es mit diesen Mitteln tatsächlich schneller geht, schätze eher das da die größere Lobby dahintersteht bei Milliardengewinnen. Man wird bei einer Krankheit die ein Leben anhällt im Regelfall also bei der Ersbehandlung in 6Wochen mit Gewalt durchgedrückt, so das man kaum Einsicht Zeigen kann und in der Regel rückfällig wird und ganz absetzt da dann die Dosierungen noch viel zu hoch sind.


    Mir wurde bei der Zangsbehandlung gesagt, wenn ich dagegen richterlich mich zur Wehr setze, bleibt es bei den 2Wochen nicht und es dauert dann 6Wochen oder lange bis ich aus die Geschlossene komme und alles wird noch schlimmer, also ich wurde als Betroffener unter druck gesetzt das jeglicher Wiederstand zwecklos ist und somit bestraft wird. Zudem wurde ich keineswegs über die Medikamente die man dort verabreichte im Vorfeld informiert oder den Nebenwirkungen später als ich darüber Auskunft haben wollte, hat man mich nichtmal in eine Packungsbeilage sehen lassen und gemeint es wäre keine Packungsbeilage da und mich auf später vertröstet, also generell wird man wie ein Verrückter auch behandelt, selbst wenn einiges am erlebten der Wahrheit enspricht wird man für wahnhaftes da einfach abgestraft wenn man Pech hat ohne sich verteidigen zu können mit den härtesten Medikamenten die richtigen Schaden verursachen.
    Bei mir war es so das meine Geschichten so konfus waren das sich diese größenwahnähnlichen Geschichten ungelaubwürdig anhörten, das wusste ich auch aber es passierten eben komische Dinge, dann als mir nach Selbstmordgedanken gefragt wurde und ich das nicht sicher verneinen konnte war eben ein greifbarer Grund da mich Zwangszubehandeln.


    Das ist aber finde ich doch zuviel des Guten, man findet immer Gründe für eine Zangsbehandlung von daher ist eine Patientenverfügung immer gut und man damit vor annähernd Folterbehandung der Ärtze gesichtert wenn man rückfällig wird.
    Gut das du es ansprichst, ich denke drüber nach, für den Fall eines Falles auch so etwas machen zu lassen, wenn noch nicht geschehen, glaube aber so keine Klinik mehr Freiwillig aufzusuchen und mich dort behandeln zu lassen. Mein Tipp wäre es da es versuchen Ambulant über einen Psychater in der Nähe zu machen und sich genau über Medikamente und alles aufklären zu lassen oder zu informieren wenn man Ersterkrankt oder rückfällig wird, also eher Kliniken zu meiden, da man immer Gründe auch heute noch findet.


    Bei mir war das damals 2012 und 2013. Was ich sagen möchte ist das die Ärzte sich da im besseren Wissen befinden und dieses wenn man Pech hat gegen einen einsetzen, da hat man keine Chance als Kranker wenn man eine schlechte Behandlung erfährt, von daher lieber sich erst so über eine Praxis aufklären lassen und versuchen ein Krankenhaus nur wenn nötig und gut informiert aufsuchen.


    Wie sind die eure Erfahrungen damit?

  • allso meine efahrung wahr mall das ich blackouts hatte weil ich mich an diese situation nicht mehr erinnern kann hat mir meine mutter mall erzählt daher ich kataton wahr und auch nicht viel wie es aussieht nicht mitbekommen habe und ich dann in der psychatrie saß und besprechung hatte so meine mutter wollte ich nicht oben bleiben ich habe geflucht und geschrien weil ich nicht oben bleiben wollte hat sie mir erzählt und die ärzte oder krankenpflege keine ahnung haben mich in die zwangsjacke gesteckt und ich mußte auch oben bleiben.

  • hallo ernestine bei mir wahr das auch mall so das wo ich keine medikamente nehmen wollte ist mir eine zeitlang sehr gut sogar gegangen aufeinmall bum zack weg wahr ich bin aufeinmall weg gedrehten und ja auch wieder in die psychatrie zuerst denke ich kann es dir gut gehen am anfang besser als je zuvohr und dann kommt das böse erwachen wahr meine erfahrung

  • Nach meinen Rückfall wurde ich auch nochmal Zwangsbehandelt, das war schon der größte Witz finde ich... Ich behauptete ich höre auf meinen Radio stimmen also habe Funkabbrüche die wie Botschaften klingen, das war auch so und hat mich in der Klinik total verunsichert da das auch unter der Medikation aufgetreten ist damals und eher technischer Natur war.
    Mir hat man da ebenso gesagt das ich Stimmen hören würde und womöglich aufgrund der anderen Geschichten dann wieder Zwangsbehandelt, zudem habe ich die Tabletten eben vorher wieder ausgespuckt da ich genug davon hatte und bin vermutlich für die Erfahrung der Ärzte da zu aufgedreht gewesen.
    Ich wollte mich wehren aber da haben mich schon die Pfleger zusammen mit der Ärztin den Aufzug mit raufgenommen und zwangsbehandelt, da ich freiwillig dort war musste ich unterschreien das ich mich freiwillig dort Zwangsbehandeln lasse, schätze mal zur Absicherung sonnst wäre wieder ein richterlicher Beschluss gefallen...
    Im Grunde reicht denke ich die Krankheit und Symptome aus um Zwangsbehandelt zu werden, das Problem sind dann eher die Medikamente die wirklich stark sind, bei mir war es dann da ich unter Haldol eine Alergie bekommen habe mit Zungenraushängen, Fluanxol was etwas verträglicher war aber dennoch ganzschön hart..
    Ganz ehrlich denke ich das ich dabei dann wirklich Gehirngewaschen gewesen bin, ganz ich selbst war ich unter diesen starken Medikament und Dosierung nicht abgesehen von den ganzen Nebenwirkungen ;)


    Rückblickend würde ich sagen das man irgendwann krankheitseinsichtig ist und die Medikamente vergleichbar mit Folter sind also der Wille selbst gebrochen wird der in einer Psychose sehr stark sein kann egal ob die Überzeugungen die man da hat richtig oder falsch sind.

  • Ich denke mal, wenn wir zu weit abschweifen, wirst du das Thema schon trennen.. daher gehe ich mal weiter drauf ein ;)


    Also ich bin jetzt ja von echt akuten und schweren Fällen ausgegangen. Und eben auch von Realitätsverlust.. ohne diese "Vorraussetzungen" wäre für mich schon eine Zwangseinweisung fast nicht sinnvoll. Mein zweiter Aufenthalt war auch freiwillig.. aber auch da war ich nicht mehr in dieser Realität und das Haldol und das ruhig spritzen war meiner Meinung nach angebracht. Auch da kam ich auf die "Geschlossene".


    Wenn du jetzt wegen "leichten" Ausrastern und Stimmungsschwankungen in die Psychiatrie gehst.. freiwillig.. und du noch relativ logisch denken kannst.. dann kommst du normal auch nicht in die Geschlossene, sondern in eine offene Station. So lange dann ein vernünftiges Denken vorhanden ist.. finde ich es auch nicht gut, gleich Haldol einzusetzen und nicht auf die "Wünsche" der Patienten einzugehen, was Medikation angeht. Bei mir war das Ziel auf der offenen aber auch, vom Haldol und vom Neurocil weg zu kommen.. also das Ziel der Ärzte. Was die Änderung des "Wesens" betrifft.. denke ich, dass man die bei jedem Neuroleptika auf eine Art hat. Daher bin ich ja auch dafür, wenn möglich, möglichst schnell auf Medis zu verzichten oder evtl. auch auf natürliche Mittelchen zurückzugreifen.


    Im Normalfall sollte es bei nicht ganz so schweren Fällen auch keine Zwangsmedikation geben. Und ich persönlich halte solche Dinge wie Patientenverfügungen und Behandlungsvereinbarungen für einen Fortschritt. Es macht mich doch nicht zum Menschen zweiter Klasse, wenn ich im Vorfeld darüber bestimmen kann, was mit mir getan werden "darf", wenn ich keine eigenen Entscheidungen mehr treffen kann. Im Prinzip kannst du durch Behandlungsvereinbarung und Patientenverfügung genau das verhindern, was du hier kritisierst.


    http://www.psychoseseminar.inf…ung_und_Vorsorgevollmacht


    Wenn man sich nicht in einer geschlossenen Station befindet, kann übrigens eine längere Verabreichung von sedierenden Medikamenten sogar als eine Art Freiheitsentzug gewertet werden. Wobei man bei Psychosen sicher nicht weit kommt, wenn man das rechtlich geltend machen möchte.. (weil: zweck der heilung oder linderung bei Krankheitszuständen). Meist stehen solche Einrichtungen auch in engem Kontakt zum Gericht.

    "Auch sedierende (ruhigstellende) Medikamente zählen zu den freiheitsentziehenden Maßnahmen. Sedierende Medikamente bewirken eine Verlangsamung auf körperlicher und geistiger Ebene und können bis zu Apathie und Dauerschläfrigkeit führen. Der Arzt darf solche Psychopharmaka nur zum Zweck der Heilung oder Linderung bei Krankheitszuständen (z.B. momentane Angst oder Wahnvorstellungen) oder in Notfällen verordnen.
    Werden sedierende Medikamente jedoch dauerhaft über Wochen zum Zweck der Ruhigstellung verordnet, ist dies eine freiheitsentziehende Maßnahme, die in die Persönlichkeitsrechte des Patienten eingreift. Eine solche Medikamentengabe muss vom Betreuungsgericht genehmigt werden.
    Durch die Unterbringung in einer geschlossenen Abteilung ist meist die Gefahr abgewendet. Eine zusätzliche Zwangsbehandlung mit Psychopharmaka ist rechtlich problematisch und nur in seltenen Fällen vor dem Betreuungsgericht zu rechtfertigen."


    Quelle: http://www.betanet.de/betanet/…htliche-Aspekte-1330.html

  • Habe das falsch verstanden dachte die richterliche Verfügung zur Zwangsbehandlung ist gemeint, die ausgestellt wurde und somit auch meine Familie keine andere Möglichkeit sahen. Das erste mal war ich etwas wirr im Kopf und da ich daheim mich selbst verletzt hatte durch einen ausraster wurde eben der Krankenwagen gerufen, da musste ich in die Klinik gehen und dort hat man es dann mit Zwangsbehandlung gamacht obwohl ich gar nicht aggressiv war. Das ging zu weit.
    Das zweite mal freiwillig und dann als ich von Stimmen erzählte ich ich auf mir bezogen wahrgenommen habe und selbst unter hohen Risperdiondosierungen die ich dann nur noch ausspuckte akut wirkte hat man ein zweites mal mich Zwangsbehandelt also ich musste dann meine freiwilligen Aufenthalt in der Klinik unterschreiben sonnst hätte man wieder sich eine Richterliche Verfügung geholt.


    Auf jeden Fall kann es ja nicht sein das man sich vorher absichern muss und eine Verfügung schreiben wo die Eltern ja so und so da sind, das ist eher etwas das eh keiner in Anspruch nimmt und dient denke ich dann nur als rechtfertigung für Zwangsbehandlung wenn man irgendwo ein Schlupfloch hat wo die etwas schlaueren sich absichern können. Eine Lösung gegen die Zwangsbehandlung ist eine Vollmacht finde ich nicht und wenn Betreuer und Arzt an einen Tisch sich setzen und über die Notwendigkeit der Behandlung sprechen und der Richter sich dann mal das anhört wenn man längst unter harten Medikamenten steht bringt das den Patienten nix er hat keine Chance.

  • Würde das Thema wirklich abtrennen ;) 
    Hat ja nichts mehr mit "Vater tötet Sohn" zu tun, wenn wir es weiter ausführen. Und das ist ja durchaus ein bedrückendes Thema, das wir hier mit unseren Ausführungen zu Zwangsmedikation, Zwangsaufenthalt, Ansichten über Medis und Patientenverfügung in den Hintergrund schieben.


    Wenn du dich selbst verletzt hast und ein Krankenwagen kommen musste, werden sie dich evtl. als Selbstmodgefährdet eingestuft haben.. aus der Sicht wäre dann die Einweisung ja evtl. angebracht gewesen. Zwangsbehandlung ist nie schön. Beim zweiten Aufenthalt ist eben die Frage, ob du "freiwillig" ein anderes Medi genommen hättest. Falls nicht.. ist auch hier die logische Konsequenz eine Zwangsmedikation. Auch wenns nicht schön ist. Da verstehe ich die Ärzte auch, zumindest wenn es so starke Probleme gibt, wie bei mir damals.


    Selbst wenn die Eltern da sind - ich wohne auch seit der akuten Phase wieder bei der Mutter - könnten die im Extremfall nichts anderes tun, als dich einweisen zu lassen. Auch dann wären Dinge wie Behandlungsvereinbarung und Patientenverfügung sinnvoll, weil du durch solche Dinge auch einen gesetzlichen Betreuer umgehen könntest, dem du im Ernstfall nur schwer wieder loswerden würdest. Zudem kannst du dadurch auch erwähnen, dass du z.B. kein Haldol möchtest und sie dich mit Abilify behandeln sollen. Ich hatte damals das Glück, dass meine Mutter die gesetzliche Betreuung übernommen hat.. aber auch sie sagte später, dass sie wirklich lange überlegt hat, ob sie das machen soll oder doch lieber einen "Profi" ran lässt. Dann hätte ich jetzt sicher noch immer einen Betreuer, der evtl sogar meine Finanzen kontrollieren würde.


    Und warum kann es nicht sein, dass man sich vorher absichern muss.. wenn man einem Realitätsverlust unterliegt, kann man sich nicht mehr verständigen.. daher muss die Absicherung ja fast im Vorfeld geschehen. Falls nicht, ist es auch fast logisch, dass andere die Entscheidungen treffen, wenn du selbst nicht mehr zurechnungsfähig wärst. Und warum sollten solche Absicherungen ein Schlupfloch für Zwangsbehandlungen darstellen? Die können sie auch ohne diese "Absicherungen" durchführen. Da solltest du nicht alles schwarz malen.. solche Zettel sind meiner Meinung nach ein Schritt in die richtige Richtung und du kannst dadurch zumindest noch ein Wörtchen mitreden, auch wenn du nicht mehr zurechnungsfähig sein solltest. Ich finde es eher schlimm, dass in den Psychiatrien nicht darauf hingewiesen wird, dass es solche Dinge gibt. Das habe ich erst 5 Jahre später über ein Forum erfahren. Evtl kannst du ja auch hier irgendwo ein Thema diesbezüglich starten und darüber informieren.. für die, die es eben doch hilfreich finden. Also im anderen Forum haben zumindest laut den Antworten sehr viele diese Möglichkeit in Anspruch genommen.

  • nach zweieinhalb jahren dauerpsychose, davon eines stationaer in einer geschlossenen station, war der zwangsbehandlungsbeschluss durch das oberlandesgericht meines bundeslandes durch und ich wurde mit fixieren und spritze "behandelt". es gab 10mg olanzapin und ich hatte nur noch angst, bald genauso parkinsonartig herumzuwackeln wie viele mitpatienten auf der station. passierte nicht, stattdessen wurde ich ploetzlich redselig und hungrig und hatte graessliche alptraeume. der wahn verschwand erst nach monaten.


    inzwischen bin ich meinem doc dankbar fuer seine hartnaeckigkeit (in dem einen jahr auf der geschlossenen hatten wir uns einen juristischen kampf geliefert, er immer neue antraege auf zwangsbehandlung gestellt, ich immer widerspruch eingelegt, mal lief eine frist zu meinen gunsten aus und der beschluss war hinfaellig, mal entschied das berufungsgericht zu meinen gunsten, stur stellte mein doc einen antrag nach dem naechsten) -- jetzt bin ich raus aus dem dauerwahn und der war beileibe kein lustiger.


    eines tages kam mein doc zu mir und fragte mich, ob er nun den naechsten antrag stellen solle oder ob ich das olanzapin jetzt freiwillig weiter nehmen wuerde. ich sagte, tabletten seien ok, aber olanzapin nicht, woraufhin er wiederkam mit einer metastudie, in der fuenfzehn wirkstoffe auf verschiedene nebenwirkungen gegeneinander getestet wurden, ich solle mir das nl meiner wahl aussuchen, er denke dann darueber nach. so kamen wir auf aripiprazol bei dem ich immer noch bin. er haette amisulprid bevorzugt, ich das aripiprazol und er hielt sein versprechen.
    ab da habe ich mit dem doc geredet und eingesehen, dass es mir mit medikamenten besser geht als ohne.


    alles in allem: das mit dem fixieren und spritzen war voellig daneben, ich war starr vor angst, aber letztlich hatte ich glueck, nun die chance zu haben, bei meiner schwester zu leben, weil ich medikamentoes stabil eingestellt bin.


    noch mehr zwangsbehandelte hier?

  • @himbeere es freut mich, dass es dir heute besser geht und du auf dem Wege der Besserung bist.
    Das Amisulprid kannst du immer noch nehmen, wenn es dir mit dem Aripiprazol wieder schlechter gehen sollte.
    Ich bin medikamentös einen ähnlichen Weg gegangen: erst Aripiprazol und danach Amisulprid.
    Zwangsbehandelt wurde ich nie, aber ich habe dieses 'Verfahren' auf einer Geschlossenen beobachten 'dürfen' und es war absolut nicht lustig, was ich da gesehen habe, darum kann ich deine Ängste, die du damals hattest, verstehen.
    Dein Beispiel macht vielleicht den Leuten hier Mut, denen es ähnlich wie dir ergangen ist.
    Alles Gute für dich!


    Gruß Ligthness

  • @Lightness wie war das bei dir mit der krankheitseinsicht? einfach so schluckt ja niemand freiwillig aripiprazol oder amisulprid... hast du den aerzten geglaubt, als sie dir deine diagnose erzaehlten? oder hast du dir freiwillig hilfe geholt?


    ich steckte so in meinem wahnsystem fest, dass ich gar niemandem glaubte, krank zu sein, da konnte der doc sich woechentlich den mund fusselig reden...

  • Zitat

    @Lightness wie war das bei dir mit der krankheitseinsicht? einfach so schluckt ja niemand freiwillig aripiprazol oder amisulprid... hast du den aerzten geglaubt, als sie dir deine diagnose erzaehlten? oder hast du dir freiwillig hilfe geholt?


    ich steckte so in meinem wahnsystem fest, dass ich gar niemandem glaubte, krank zu sein, da konnte der doc sich woechentlich den mund fusselig reden...


    Finde die Frage sehr gut und möchte auch antworten.. :whistling: 
    Krankheitseinsicht hatte ich schon mehr oder weniger. Also mir war insoweit schon klar das ich Akut bin und bin 2 Mal mehr oder weniger freiwillig in die Klinik gegangen. Das 1. Mal bei der Erstdiagnose musste ich mehr oder weniger in die Klinik da der Notarzt da war. Bin da aber freiwillig hingegangen und ich habe eben meine Geschichten der Ärztin in der Klinik erzählt da ich mich Hilfe erhofft habe. Man ahnt denkt ich schon das man krank ist nur wirken die Symptome so echt und sind es womöglich zum Teil auch, das man nur begrenzt Krankheitseinsichtig sein kann.
    Im Grunde suchte ich Antworten und das Gespräch mit jemanden der mir erklären kann woran ich überhaupt bin, weil Familie und Freunde kaum einen helfen können wenn keiner die Krankheit kennt und ich suchte da Expertenrat/Antworten auch bezüglich meiner Individuellen Symptome auch um das was ich mir da einbilde mit der Realität und den vorherrschenden Sichtweisen und Standpunkten zu vergleichen. Vieles in der Psychose basierte auf glauben bei mir und ich suchte die Bestätigung oder Erklärung in der Realität ob an diesen Eindrücken oder Gefühlen, Beziehungsideen und Halluzinationen etwas wahres dran sein könnte.
    Vielleicht hängt es auch damit zusammen wie (Leicht)gläubig man ist oder erzogen wurde umso leichter sollte man vielleicht in einen Wahn einsteigen oder einen religiösen Wahn ausbilden indem man dem Ganzen eine Bedeutung beimisst. An sich bestraft man in der Psychiatrie eben leichtgläubige obwohl die grenze zwischen Psychose und Realität oft eher fließend ist. Man erwartet da das man innerhalb von einem Tag seine Krankheit versteht und sich selbst als total Wahnsinnig sieht ach für Dinge die sich auch Gesunde mal einbilden, nur da die Bestätigung fehlt das es sich tatsächlich um eine Krankheit handelt und diese sich auch oft für gewisse Idiotien für besonders Wichtig nehmen z.B.
    Damals weil man mir glaube ich Eigengefährdung unterstellt hat, konnte man mich zwangsbehandeln. Richterlich hätte ich mich auch wehren wollen, nur war ich bereits durch einmaldosis Haldol lahmgelegt und mir sagte man von Seite der Pfleger glaube ich, das man mich länger als ein paar Wochen festhalten wird wenn ich einen richterlichen Streit anfange.
    Ich wusste nix über die Krankheit und habe ohne Erklärung einfach mal Haldol bekommen, ohne das da langsam etwas eingeschlichen wurde und man sich am Wirkstoff gewöhnen konnte, eher als Schlag ins Gesicht das man vom ersten Tag völlig wehrlos ist. Wer wäre da schon Krankheitseinsichtig wenn man ein geistig behindert machendes Medikament bekommt und keine Ahnung hat wie das ausgeht und was die Ärzte mit einen anstellen? So etwas ist verbrecherisch und wer da Krankheitseinsicht erwartet ist doch selbst ein krankes Schwein. Aufgeklärt wurde man mehr oder eher weniger später wo man extreme Defizite hatte und kaum überhaupt seine Probleme erklären konnte aufgrund von sprachlichen Defiziten und geistigen da man überhaupt sehr schwer an diese Gedanken die einen psychotisch machten und auch anderen herangekommen ist und sich kaum erklären konnte.


    Aripiprazol hätte ich im vergleich zum Haldol vermutlich Bedingungslos geschluckt, da es eben zumindest bei 5mg kaum Nebenwirkungen oder Probleme macht und hauptsächlich antipsychotisch wirkt also unter niedriger Wirkdosis (was mir bisher ausgereicht hatte) man mental relativ Fit ist und vermutlich auch 10-15mg kein größeres Problem sein sollten.
    Amisulprid ist vermutlich ein Atypisches was mehr ähnlich wie Olanzapin oder Risperdal über die Nebenwirkungen geht, anfangs nimmt man es vielleicht aufgrund der beruhigenden Wirkung gern wenn man diese Wirkstoffe kennt und weis was auf einen zukommt, aber meist müssen diese bis eine ernsthafte antipsychotische Wirkung da ist sehr weit hochdosiert werden, also man setzt diese eher wie typische Nls ein wie Haldol die aufgrund ihrer Nebenwirkungen anschlagen, das kenne ich zumindest so vom Risperdal, da das Medikament unter normalen Dosierungen vermutlich viel zu schwach ist und es auch hochdosiert kaum wirkt, so das bei Mitteln wie Risperdal dann kaum typische Nls wie Haldol ersetzt werden können, da z.B Risperdal kein gutes Akutmedikament ist aber besser als hochpotente Medikamente wie Aripiprazol dargestellt wird, die zumindest als Atypisch in dem Sinne verwendet werden können.
    Beim 2 Klinikaufenthalt bei dem ich freiwillig in der Klinik war, war das bei mir so, da hat man mit Risperdal angefangen und Xeplion, was anfangs beruhigend war und ich gerne die Medikamente eingenommen habe, dann wurde der Wirkspiegel gefühlt immer höher und die Nebenwirkungen so das ich keine Bereitschaft mehr zeigen konnte für die paar Restsymptome diese Nebenwirkungen in kauf zu nehmen, da merkte ich auch das Risperdal trotz dieser relativ hohen Dosierungen viel zu schwach war und ich manisch und psychotisch war, im Grunde habe ich da auch Erklärungen und Antworten gesucht und dafür muss man auch über die Symptome reden können ohne das sofort mit der Peitsche angesetzt wird. Die Krankheitseinsicht bedeutet auch das man mit den Wirkstoffen zufrieden sein soll und im nachhinein betrachtet habe ich allen Grund gehabt diese veralteten Medikamente abzulehnen, die zum Teil mehr schaden als helfen und einem das Leben extrem schwer machen.


    Es hängt schließlich das zukünftige Leben, Arbeit und alles dran an diesen Medikamenten und da sollte man schon erwarten können das man vorher entsprechend gut aufgeklärt wird und in der Akutbehandlung möglichst verträglicher Nls bekommt.
    Wenn man im schnelldurchlauf in 10Minuten die Krankheit erklärt bekommt also nur soviel wie "du hast eine Schizophenie/Psychose und brauchst die Medikamente" erklärt bekommt ist das schon zu wenig wenn man bedenkt das die Medikamente maßiv in die hirnchemie eingreifen können.
    Wahnsysteme lassen sich allgemein auch weniger gut vollständig knacken, da haben auch Nls ihre Grenzen und Verarbeitung sollte eine größere Rolle spielen.


    Ist denke ich immer eine Sache wie gut man sich behandelt aufgeklärt fühlt um krankheitseinsichtig zu sein...

  • Zitat

    @Lightness wie war das bei dir mit der krankheitseinsicht? einfach so schluckt ja niemand freiwillig aripiprazol oder amisulprid... hast du den aerzten geglaubt, als sie dir deine diagnose erzaehlten? oder hast du dir freiwillig hilfe geholt?


    ich steckte so in meinem wahnsystem fest, dass ich gar niemandem glaubte, krank zu sein, da konnte der doc sich woechentlich den mund fusselig reden...

    Ich bin bis heute nicht 'krankheitseinsichtig' @himbeere.
    Ich habe gelernt, nicht mehr über alles zu reden, was mich bewegt und schon gar nicht mit Namen von Personen.
    Wenn ich es mit Psychiatern zu tun habe, rede ich so, wie sie es hören wollen. Wenn ich was von denen brauche, dann sage ich, was das ist und warum. Ich kann mittlerweile gut die Sprache der Psychiater sprechen, aber das ist ja genau das, was die wollen. So lange du Einzelheiten aus deinem Wahn erzählst, wirst du hoch dosierte Medikamente bekommen. Darum habe ich gelernt, es zu lassen und rede in Fachbegriffen darüber.

  • Zitat

    meine Meinung dazu: Phantasie und Logik -alles "kann" man wirklich nicht erzaehlen

    Das ist eine Gabe, wenn man Phantasie mit Logik kombinieren kann.

  • Zitat

    [quote='feudutemps','https://psychose-forum.com/thread/211-Zwangsbehandlung-Zwangsmedikation/?postID=14534#post14534']meine Meinung dazu: Phantasie und Logik -alles "kann" man wirklich nicht erzaehlen

    Das ist eine Gabe, wenn man Phantasie mit Logik kombinieren kann.
    [/quote]actio est reaktio - in der Chemie kann man genau sagen zu welchem zeitpunkt die Reaktion kommt


    bei gesagtem, gesprochenen, erzaehltem ist der Zeitpunkt nicht gewiss, ob und wann eine Reaktion stattfindet

  • Ist eine zwangsbehandlung eine Behandlung mit Beschluss ?
    Dann wurde ich auch 6 oder 8 Wochen zwangsbehandelt, da ich nicht mit den Ärzten geredet hab brauchten sie einen richterlichen Beschluss um mich dort zu lassen
    Ohne Fixierung aber mit tavor und diazepam ...
    Ich weiß nix mehr von der Zeit
    Werde nächste Woche mal einen arztbericht anfordern und mir mal durchlesen was da so drin steht...(was ich gesagt habe anscheinend etc) Ich komme zur Zeit ganz gut mit risperidon klar ^^ und bin zum Glück nicht mehr ganz so zugehauen mit Tabletten .... Die wahngedanken werden wohl nie ganz weggehen damit habe ich mich abgefunden .... Kann diese mittlerweile auch ganz gut differenzieren zwischen den richtigen Gedanken ich rede mir dann immer selbst ein das das gar nicht so ist ich glaub das hilft auch wenn ich mir nie glaube


    Wenn der Kopf wieder zu voll ist und alles außer Kontrolle
    Die Stimmen in dir nur schweigen, denn ich wein'
    Sogar die Geister, die wir riefen, müssen warten
    Keine Panik, weil ich gleich wieder da bin
    Ich muss nur einen Moment für mich sein

  • Zitat

    bei gesagtem, gesprochenen, erzaehltem ist der Zeitpunkt nicht gewiss, ob und wann eine Reaktion stattfindet

    Letztendlich ist es wohl eine Charakterfrage, wann eine Reaktion stattfindet...