Brauche dringend Rat zu meiner Situation

  • Hi :-)


    Bräuchte Rat zu folgender Situation :
    Mein Freund hat zurzeit starke Stimmungsschwankungen.
    er ist sehr oft gereizt. Seine Stimmung kippt immer im laufe des Tages.
    mal ist er im Laufe des Tages besser gelaunt.
    und wenn die Stimmung kippt macht er mir Vorwürfe und unterstellt mir Dinge die einfach nicht den Tatsachen entsprechen


    Nachts schläft er sehr unruhig.


    Zurzeit nimmt er abilify und valproat.


    Anfang August war er akut, hat sich dann ein wenig gelegt.
    für mich ist am schlimmsten die Unterstellung und ständiges misstrauen und deswegen gibt es fast nur Streit. egal was ich sage er glaubt mir nicht. ..
    Weiß nicht mehr was ich machen soll es belastet mich.
    Bald haben wir beim psychiater einen Termin.


    Habt ihr einen Rat?

  • Ich denke, die Gründe für diese Verhaltensstrukturen können allgemein sehr sehr komplex sein. Oft hilft es aber schon, sich mögliche Gründe anhand von klar erklärenden Internetquellen oder Büchern zu erschließen bzw. mit der Situation abzugleichen.


    Also Rat 1 von mir: Im Internet (vorzugsweise in anerkannten Fachbüchern und seriösen Quellen) zu stöbern, bringt immer was. Vielleicht nicht nur Gutes, aber zumindest Einsichten und Handlungsoptionen.


    Der Arzt kann eine Dosisanpassung oder Medikamentenumstellung vornehmen (vielleicht verstärkt das Abilify die Reizbarkeit, die fehlende Schwingungsfähigkeiten usw). Das kann sich im Rahmen der medikamentösen Therapie positiv auswirken. Kommunikation über das Leiden und gedankliche Anstöße sind aber meist wegen dem Zeitmangel (mitunter noch anderen Faktoren) rar gesäht.


    Deswegen Rat 2: Es ist hilfreich, wenn Du die fachliche Meinung eines Psychologen einholst. Wenn dein Freund bereits Interesse und Bedarf an einer ernsthaften, freundlichen, psychotherapeutischen Atmosphäre hat oder sich das alles in Zukunft noch ergibt bzw. von dir mit unterstützt werden kann, kannst du mit ihm zu einem Therapeuten gehen. Mein Gefühl sagt mir, dass erfahrene Therapeuten besser als frisch ausstudierte sind. Es kommt aber letztendlich auf die Kombination beider Persönlichkeiten an.


    Emotionale Klärung ergibt sich aber nicht nur beim Psychologen, sondern auch, wenn man Selbsthilfe-Gruppen besucht. Vorraussetzung dafür ist, dass man sich seine eigene Schmach als Betroffener (zumindest bis zur Wirksamkeit hin) eingesteht.


    Rat 3: Du kannst nicht alles für deinen Freund leisten. Eure momentane Situation kann dich nicht nur in positiver Weise beeinflussen (Hilfe für ihn suchen), sondern auch in negativer (viel Belastung, Aggression usw). Lass ihm etwas Zeit, sich zu entwickeln. Mit zusätzlicher Zeit heilen psychische "Wunden" zumindest ein Stück weit aus, wobei es auch gefährlich ist, nichts zu tun und von außen nicht einzuwirken. Es ist gut, dass du ihm helfen willst. Gib das nicht auf. Aber versucht euch nicht gegenseitig immer eure Urteile übereinander an den Kopf zu ballern. Streit in einer Beziehung ist für normale und für erkrankte Personen belastend und kräftezehrend, sowie verwirrend und ängsteverstärkend. Ließ dich doch mal in das Konzept "gewaltfreie Kommunikation" ein. Gibt einen direkten Wikiartikel darüber.


    Tja, leider leider gibt es in Deutschland noch nicht den offenen Dialog. Deswegen muss man mehrere Stationen besuchen.


    Gutes Gelingen. Wenn du weitere Fragen oder Fragen zu den Tipps hast, einfach posten :thumbsup:

  • Mir hat es geholfen ins Krankenhaus zu gehen, ich hatte dort mehr Ruhe bekommen und die konnten mich gut Medikamentös einstellen.
    Nimm sein Verhalten nicht Persönlich, er ist gerade nicht der selbe wie früher!
    Ließ DIch schlau über die Erkrankung und schau zu das er seine MEdikamente nimmt und zum Arzt geht zwecks Einstellung!
    Trinkt er Alkohol oder nimmt er zZ Drogen?

  • ich kenne diese Situation sehr gut. Nur bin ich der Betroffene. Wenn ich einen Schub habe, streite ich mich auch aber ich möchte das selbst gar nicht. Habe dann auch sehr oft Stimmungsschwankungen am Tag. Bei mir fängt es erst mit depressiv sein an.


    Ich gehe dann öfters zum Psychiater damit er mich richtig einstellen kann. Manchmal weiß er aber auch kein Rat mehr und schickt mich in die Klinik.


    Sowie @Bremer77 schon geschrieben hat komme ich auch dort zur Ruhe. Zwar muss man da auch Therapien mit machen, aber manchmal schießen die einen weg mit Medikamenten.


    Er ist in seiner Welt. Ich werde auch dann immer ängstlich. wenn ich mit meiner Frau gestritten haben, habe ich dann ein schlechtes Gewissen und entschuldige mich dafür dann auch. Und in solchen Situationen denke ich das wir uns trennen. Das schlimmste für mich sind die Wahnvorstellungen. Das Stimmen hören und Verfolgungswahn.


    Sowie die Vorposter schon geschrieben haben lese dich ein und lass ihm Zeit, überfordern geht gar nicht.


    Jetzt ist doch der Text länger geworden. lol