hängt das mit den Medikamenten zusammen ? brauche rat.

  • Hi


    Also habe mittlerweile mit meinem freund zusammen die Dosis der Medikamente reduziert.
    Zurzeit nimmt er valproat ca.625mg am tag.
    morgens ca.125mg valproat und 7,5mg abilify und abends 500mg und promethazin 50mg.


    ihm Geht es an sich besser er ist kommunikativer und auch nicht mehr so blass. Vorher war er sehr blass da sah er richtig krank aus.
    er wirkt nun viel lebendiger. Drum bin ich auch nicht so sehr von den Medikamenten begeistert.


    mir fällt aber auf dass er heute wie in Trance war und total abwesend.zusätzlich hat er ein ständiges verlangen nach sex. Nachts könnte er jede Stunde. Er schläft unruhig und ich kann deswegen auch nicht so gut schlafen.
    Wir hatten überlegt valproat nochmals zu reduzieren.
    ist es zu schnell?
    Ich denke es wird ihm schon besser gehen.
    aber ich verstehe sein heutiges verhalten nicht mit was es zusammen hängt...
    was meint ihr dazu?

  • Woher das sexuelle Verlangen kommt, kann ich nicht sagen. Vielleicht vom Valproat? Für Abilify und Atosil ist es auf jeden Fall nicht typisch.


    Ich hab den Eindruck (vielleicht ist der aber auch falsch), dass ihr ziemlich hin- und herwechselt mit den Medis und das in ziemlich kurzen Abständen. Meiner Meinung nach kommt der Körper da gar nicht nach, sich an die Medis überhaupt zu gewöhnen. Ich würde dem ganzen etwas mehr Zeit einräumen bis sich die Wirkung auch wirklich mal richtig entfalten kann.


    LG
    Candy

  • Abilify regt schon etwas an @Candykills, das kann gut sein, vor der Umstellung war es ja auch eher andersherum, zudem denke ich kann das auch etwas von der Erkrankung kommen.


    Atosil(Promethazin) finde ich weniger gut, habe ich in der Reha auch einen Tag bekommen und fand es schlimm obwohl es ja nur ein leichtes niederpotentes Neuroleptikum ist, sind die typischen Nls schon hart zum Teil. Da hatte ich einen Tinnitus davon bekommen und wurde auch sehr Ruhig/Sprachverarmt , die Konzentration und alles war weg.


    Atosil macht finde ich keinen Sinn, wo ja schon mit Abilify ein Atypisches Neuroleptikum genommen wird müsste das völlig ausreichen. Ich kann mir gut vorstellen das die Unruhe auch vom Atosil kommt, damals als ich es hatte fühlte ich mich wie ausgebrannt innerlich kalt oder gefühllos, war wirklich unangenehm, depressionsfördernt und das nach nur einen Tag einnehmen. Klar gewöhnt man sich an alles und früher Akut habe ich auch mal Atosil gehabt, aber davon würde ich die Finger lassen wenn kein echter Nutzen erkennbar ist.
    Man sollte maximal 2 Neuroleptika nehmen mit den Valproat finde ich sind diese 3 Medikamente zu viel. Besser 1 oder 2 Medikamente und gut eingestellt von der Dosis. Zudem finde ich sollte man da schon variabel sein, da zuviel Neuroleptika Probleme bereitet, ebenso aber zu wenig. Es ist wirklich schwer oder kann daueren da eine gute Dosis zu finden, da finde ich es gut wenn man variabel ist, da man nur so sieht was und in welcher Menge es einen gut tut. Bringt ja nix wenn man soviel bekommt das die Probleme Negativsymptome einen geradezu fertigmachen.

  • @Candykills warum sollte Atosil Sinn machen, wenn bereits Abilify zum schlafen/herunterkommen wirkt? Normal sollte es das.


    Kein wirkliches Schlafmittel ist es auch nicht das Atosil, also nur weil es niederpotent ist, ist es trotzdem kein Medikament das üblich ist oder als Schlafmittel bezeichnet, so sehe ich das zumindest.


    Wenn man eine Einschlafhilfe braucht, warum setzt man da kein echtes Schlafmittel ein, da gibt es auch verträglichere und weniger Süchtig machende von der Apotheke, also durchaus Alternativen und Abilify ist schon ein Medikament das müde macht und den Schlaf wirklich sehr gut also meiner Meinung besser als übliche Schlafmittel reguliert. Bupropion machte am Anfang sehr stark wach, da war Abilify ideal das wieder in den Griff zu bekommen und auch vorher hatte ich bisher kein anderes Neuroleptikum das den Schlaf so gut reguliert hat, lediglich höher dosiert etwas verkürzt.


    Also Zwei Medikamente ist da eines zu viel und Abilify ist vom Eindruck her auch deutlich verträglicher als Atosil.

  • Es könnte tatsächlich sein dass wir zu schnell reduzieren.
    wir lassen jetzt zeitlang diese Dosierung.
    eigentlich wollten wir heute nochmal reduzieren, aber er muss sich erstmal daran gewöhnen. Heute geht's ihm schon besser . wahrscheinlich hing es damit zusammen.
    es ist schon ziemlich schwierig die passenden Medikamente zu finden :-(
    Er hat bald einen Arzt Termin und er will das valproat nicht mehr nehmen.
    mal sehen welches Medikament der Arzt vorschlägt.

  • Atosil ist ein absolut gängiges Mittel zur Schlafhilfe, weil es nicht abhängig macht. Genau dafür werden niederpotente Neuroleptika meistens eingesetzt. Gegen Psychose wirken die nämlich so gut wie gar nicht.


    Ich würde auf jeden Fall das Atosil erstmal beibehalten, weil du auch sagst, dass er unruhig schläft und da Abilify aktivierend wirkt (ich konnte darauf nachts auch ohne Hilfe nicht schlafen und nahm da niederpotente Neuroleptika).


    Zu dem Valproat kann ich gar nichts sagen, weil ich das Medikament überhaupt nicht kenne und dir nur das wiedergeben könnte was ich irgendwo gelesen habe.

  • Schon klar in Kliniken setzt man es gerne ein, aber so für daheim halte ich es eher für unüblich, kurzfristig kann man es sich ja eingehen lassen, aber auch so ein niederpotentes typisches Nls hat Risiken und Nebenwirkungen und trägt von daher wenn es andersweitig ohne funktionieren würde kaum dazu bei das man gesund wird. Geistig schränken diese Medikamente schon stark ein und wenn man vom Atosil lahmgelegt ist kann man sich lange im Kreis drehen, finde ich das Valproat zumindest zweckmäßiger und es gibt in der Apotheke auch frei verkäufliche Medikamente wie Doxylamin oder Baldrian/ Schlaftees die als Einschlafhilfen helfen können, jemand der nur Schlafprobleme hat wird kaum Atosil einnehmen, also ist das eher offlabel Anwendung weil es für Ärzte und Pfleger so üblich ist.


    Wäre mal interessant zu wissen ob es da zum Atosil Studienmäßig eine Grundlage gibt, das es als Schlafhilfe Sinnvoll ist und von welcher Zeit das stammt.


    Die Psychiatrie hat auch nach den 2. Weltkrieg noch Medikamentenexperimente in Kinderheimen gemacht.


    Der unruhige Schlaf kann ebenso vom Atosil kommen, bezüglich der Wechselwirkung kann man was mehr als 2 Medikamete angeht so etwas kaum mehr abschätzen, da gibt es meist keine Studien dazu.
    Atosil finde ich ist wenn eher etwas für die Akutbehandlung.


    Denke bei so etwas kann man ja mal probieren ob es ohne funktioniert weil es ja "nur" der Schlaf ist und man es bei Problemen problemlos wieder einnehmen kann, Valproat dagegen ist ja derzeitig der Stimmungsstabilisator, da gibt es also keinen Ersatz und absetzen würde gerade da dann wieder zu Stimmungsschwankungen führen die schon auch ein echtes Problem darstellen können. Atosil kann er eher absetzen als das Valproat und vermutlich lässt sich das selbst als Betroffener schwer beurteilen von welchen Medikamenten der größere Störeffekt ausgeht, da man diese ja oft loshaben möchte und das Atosil ist eher unscheinbar, niederpotent hört sich ja eher lasch an, aber das hat es schon auch in sich und wird wohl kaum einer der ganz richtig in der Platte ist(sage ich mal) so schnell bei Schlafstörungen bekommen.

  • Wenn das Atosil gegen die Schlafprobleme hilft, würde ich es nicht absetzen.


    Daneben können Schlafstörungen die Folge unregulierter, negativer Gefühle bzw. Gedanken sein.


    Nach einer akuten Psychose könnte das zutreffen. Es gibt nicht nur Störwirkungen durch Medikamente, sondern durch die Erkrankung selbst. Von daher sollte auch eine psychotherapeutische Behandlung stattfinden.


    Mir zum Beispiel hilft Atosil gar nicht. Mein Kopf ist vor dem Schlafengehen manchmal voller unverarbeiteter Gedanken.

  • Sehe das ähnlich wie Recovery,


    wenn es bei den Schlafproblemen hilft, nur um das herauszufinden müsste man es absetzen was ich weniger schlimm finde. Die Unruhe kann auch vom Atosil kommen, Neuroleptika machen oft auch innerlich unruhig.


    Atosil wäre mir zu hart damit wäre meine Birne wie matsch und da reicht schon ein Atypisches Medikament aus das man sich schwer tut von der Konzentration.


    Wollte nur sagen das diese niederpotenten unterschätzt werden, also die haben es schon auch in sich und ich finde wenn man so etwas bekommt kann man kaum klar denken, warum dann kein anderes Mittel zum Einschlafen probieren wenn wirklich Probleme noch da wären.


    Eine Psychotherapie ist finde ich auch gut damit er lernt mit den Symptomen besser klar zu kommen umzugehen. Das finde ich auch gut und entlastet vielleicht.

  • Zitat

    Zurzeit nimmt er valproat ca.625mg am tag.
    morgens ca.125mg valproat und 7,5mg abilify und abends 500mg und promethazin 50mg.

    Immer diese Cocktails... Warum eigentlich das Valproat? Ist dein Freund bipolar?


    Gruß :)

    "Man ist und bleibt so lange ein Sklave, bis man vom Hoffnungswahn geheilt ist." - Emil Cioran (1911-1995)