Unterschied in der Denkweise bei Medikamenten?

  • Alsooo ...


    Wie soll ich anfangen..
    Eine Freundin von mir hat ADs bekommen jetzt hat sie sie nach und nach abgesetzt und sagt sie merkt den Entzug.
    Das hat mich nachdenken lassen. Ich habe jetzt 2 x Meine Medikamente abgesetzt und eher ein Positiven effekt bemerkt.
    Zumal es ja nochmal was anderes ist ob die Person NL bekommt wie ich oder wie meine Freundin ADs.
    Aaaaber ist es nicht auch einfach kopfsache wie bei den meisten Drogen und sobald man denkt ich brauche das damit es mir besser geht damit ich normal bin man auch eine Art Entzug bekommt weil man sich vielleicht nur einbildet man bräuchte das.
    Könnt ihr mir da Folgen?
    Was ist wohl die perfekte Denkweise zu den Medikamenten?
    Weil wenn man denkt ach der Mist hilft sowieso nicht und mir kann nichts mehr helfen ist das genauso kontraproduktiv.
    Meine Meinung dazu ist Zwiegespalten zum einen Helfen die Medikamente ja in Akutphasen wirklich bei einigen und ich kann auch verstehen das man einen Rückfall vermeiden will und diese dann über einen Längeren Zeitraum nehmen sollte.
    Andererseits schaden die Medikamente einem Doch und man sollte ohne sie klar kommen.


    Mir wurde damals am Ende meiner Therapie in der Klinik gesagt: Frau ... Sie werden mit den jetzigen Symptomen zur Zeit für immer leben müssen.
    Und durch das absetzten sind die Symptome verschwunden ... vielleicht auch einfach weil irgendwas in mir mir sagt ein mensch der jeden verdammten tag medikamente nehmen muss ist krank. und ich durch das absetzen gedacht habe ich sei nicht mehr krank?


    Wie denkt ihr über Medikamente ? (Bitte Allgemein und nicht irgendwelche Speziellen für gut oder schlecht heißen!!!!!) :love:


    Wenn der Kopf wieder zu voll ist und alles außer Kontrolle
    Die Stimmen in dir nur schweigen, denn ich wein'
    Sogar die Geister, die wir riefen, müssen warten
    Keine Panik, weil ich gleich wieder da bin
    Ich muss nur einen Moment für mich sein

  • Also je nach Antidepressiva sind Absatzsyndrome bekannt und normal. Das hat also nicht unbedingt was mit Einbildung zu tun, weil man denkt man brauche sie, sondern das findet wirklich statt. Bei manchen Antidepressiva sind die teils sehr stark die Symptome beim Absetzen und können mehrere Monate anhalten.


    Insgesamt denke ich, dass es schon ne gute Sache ist, dass es die Medikamente gibt. Ich weiß nicht, wo ich ohne Medis wäre bzw. ob ich überhaupt noch da wäre. Mir helfen sie also schon gewaltig. Ich bin darunter endlich mal einigermaßen stabil (nehme 2 Antidepressiva und 1 Neuroleptikum). Auf der anderen Seite geht es mir auch oft gewaltig auf den Keks, dass ich eben nur mit Medikamenten zu funktionieren scheine. Aber anders kriege ich einfach meine chronische Suizidalität nicht in den Griff. Und wenn's hilft, muss man's halt wohl nehmen.


    Trotzdem glaube ich auch, dass Medikamente zu einer Verschlechterung führen können, je nach Medikament eben sind die Nebenwirkungen so stark ausgeprägt, dass man ohne besser fahren würde vielleicht. Aber das muss wohl jeder für sich ganz individuell entscheiden, ob für ihn Medikamente das richtige sind oder nicht.


    LG
    Candy

  • Ich habe ähnliche Gedanken gehabt wie du und auch die Erfahrung gemacht, dass meine Symptome mit dem Absetezen der Medikamente plötzlich verschwanden.


    Ich bin auch unsicher, weil ich nicht mehr weiß, was sind die Symptome der Psychose und was wird durch Medikamente hervorgerufen?


    Ich habe zweierlei Erfahrungen gemacht. Zum einen bekam ich durch Medikamente hervorgerufenen Symptome und ich setzte sie ab. Dann setzte sich wieder eine Psychose durch, als ich die Medikamente abgesetzt hatte, und musste sie wieder gegen die Symptome der Psychose einnehmen.


    Ich glaube ja, die Medikamente haben mein Gehirn nach 18 Jahren so sehr verändert, dass ich ohne Medikamente nicht mehr auskomme.

  • Hi Gabbergirl,


    ich finde das ist sehr unterschiedlich. An sich heißt es ja das Medikamente wie Neuroleptika oder Antidepressiva kein Abhängigkeitspotential haben, trotzdem denke ich das einige dieser Medikamente sehr stark auf den Stoffwechsel gehen auch im negativen Sinne, so das sich die Erkrankung ein Stück weit auch durch den Einsatz der falschen Medikamente/Therapie chronifiziert oder festsetzen kann.


    Die Medikamente lösen ja etwas aus, verändern etwas etwa sollen Antidepressiva (üblich sind die Serotoninwiederaufnahmehemmer) langsam abgesetzt werden, wegen dieser Absetzproblematik, gibt ja auch andere besser geeignete Antidepressiva wie das Bupropion (Noradrenalin/Dopamin) von dem weil es auch ein Suchtentwöhnungsmittel ist, bekommt man glaube ich weniger Probleme, aber kann ja sein das man so ein Medikament Jahre braucht bis man es absetzen kann ohne zurück in die Depression oder Psychose zu fallen.


    Das kann glaube ich schon unterschiedlich sein, viele haben ja nur eine depressive Episode wo die Medikamente vielleicht ein halbes Jahr oder Jahr eingenommen werden müssen, also auch diese Dauer spielt eine Rolle.


    Zudem machen SSRIs etwa oft auch psychotisch und können wie ein brandbeschleuniger bei einer akuten Psychose wirken, da bekommt man meist kein Neuroleptikum und hätte einen ganz anderen Entzug wie wenn man ein Neuroleptikum dazu einnimmt und dann ein AD absetzt, das dann wieder etwas anders wirkt.


    Neuroleptika sind auch so, wenn man diese einmal nimmt, werden vermutlich einige Möglichkeiten zur Selbstheilung gestört, von daher kann es schwer sein diese wieder abzusetzen und das ist dann ein schwerer Entzug den man durchmacht wenn man einfach so die Nls weglässt und versucht abzusetzen, ich kenne da Aggressionen von mir und starke Negativsymptome die in einer akuten Psychose geendet haben, wirklich gesund fühlt man sich auch beim absetzen da kaum, da Restsymptome bleiben.


    Von daher eben auch meine Empfehlung zum Bupropion, da das einen vor Psychose und Negativsymptomen oder auch Unruhe schützt, also die Möglichkeit erst gibt die Neuroleptika relativ sicher oder sicher absetzen zu können, so andere Versuche die man so macht indem man einfach die Nls weglässt zeigt die eigene Erfahrung und die die man von anderen kennt das so etwas meist daneben geht.


    Da spielen viele Faktoren und die Krankheit selbst eine Rolle wie schlimm das absetzen ist, nur ist das bei einer Psychose eben stark ausgeprägt und von daher bietet sich Bupropion als absetz und Erhaltungsmedikament an, weil es wesentlich verträglicher als Nls ist und keine Negativsymptome macht.


    Geht weniger um Gut oder Schlecht, eher um was Richtig ist oder Falsch. Wenn du ein Medikament bekommst das nur Symptome Unterdrückt und die Ursache der Erkrankung eher verschlimmert, wirst du auch starke Absetzsymptome haben.


    Gut hoffe das war jetzt weniger speziell, denke aber jedes Medikament oder Wirkgruppe und da gibt es verschiedene unter den Nls und ADs verhält sich da etwas anders.


    Gruß

  • ich denke mal wir brauchen die Medikamente weil wir ohne Medikamente nicht "normal" (im weitesten Sinne) denken, aber was ist schon normal...
    Ich habe zu viel Schiss davor die Medikamente einfach abzusetzen, ich bin glücklich dass es sie gibt aber hoffe dass ich sie irgendwann nicht mehr brauche.

  • Medikamente können natürlich helfen, keine Frage. Aber vergessen wir dabei nicht, das jede verfickte scheiss Tablette ( sorry für den Spruch ) unsere Nieren , Leber und was weiß ich noch angreifen. Zu dem weiß ich aus eigener Erfahrung heraus, das die Ärzte sehr schnell Medikamente verschreiben und man sich manchmal kaum bis hin zu gar keine Gedanken macht, ob diese dann auch wirklich Notwendig sind. Manchmal sollte man sich eine zweite Meinung einholen und nicht blind vertrauen. Vor allen erst recht dann, wenn man bereits eine Diagnose bekommen hat!


    Das war nur meine Einstellung dazu und soll keine Motivation für andere sein sie nicht zu nehmen !