?Antipsychiatrie? Wir könnten das übernehmen.

  • Was haltet ihr davon wenn wir hier eine antipsychiatrische Bewegung machen würden, die sich für Aufklärung in der Psychiatrie einsetzt?


    Keine Ahnung wie man so gesundheitliche Politik macht aber man könnte ja mal wirklich Politiker und so drauf ansprechen das sich da etwas ändern muss und diese unter Zugzwang setzen.

  • Zitat

    Was haltet ihr davon wenn wir hier eine antipsychiatrische Bewegung machen würden, die sich für Aufklärung in der Psychiatrie einsetzt?

    Das ist prinzipiell eine gute Idee. Allerdings müssen wir das Rad nicht neu erfinden und selbst wenn wir uns eigenständig mit dem Thema befassen, sollten wir den Anschluss an die vorhandene Bewegung (BPE & Co.) nicht vernachlässigen. Was schwebt dir denn vor?


    Gruß.

    "Man ist und bleibt so lange ein Sklave, bis man vom Hoffnungswahn geheilt ist." - Emil Cioran (1911-1995)

  • Gute Frage @Balanced. Denke wir könnten bessere Therapien anbieten und Empfehlen als es die Ärzte tun, Sinnvolle Kombinationen von Neuroleptika und Antidepressiva etwa, gegen typische Nls in der Zangsbehandlung. Wenn Zwang dann unter klaren Medikamentös schonenden Richtlinien, so das typische Nls wie Haldol nur auf freiwilliger Basis verabreicht werden dürfen, da es etwa sehr potente Akutmittel wie Abilify gibt. Zum Abilify bei Unruhe etwa spezielle Antidepressiva und ADHS Mittel die nur Noradrenalin- und Dopaminwiederaufnahmehemmer sind, also gegen Serotoninwiederaufnahmehemmer vor allem auch bei Psychosen, aber auch dagegen das im Vorfeld zu Psychosen bei Depressionen als Mittel der Wahl wie heute einzusetzen.
    Nikotinentwöhnung wie Bupropion entsprechend gut vermarkten und Psychotiker damit versorgen da es auch ein Mittel ist mit dem man von den Nls wegkommt und diese Art Antidepressiva eben deutliche Vorteile zu den Neuroleptika hat, also im Idealfall Nls komplett ersetzt, also man entsprechend wacher auf der Straße und Konzentrierter ist, also auch eine Bewegung gegen Unfälle die durch Dauereinnahme von Nls entstehen. Gegen den unverantwortlichen einsatz von Depotspirzen und für eine versorgung mit Tabletten beim Absetzen und eben schnell wirksamen wie Abilify.


    Allgemein für klare und Sinnvolle Richtlinien und Einsatz der Medikamente, nach den Motto bei den Nls weniger und verträglich ist mehr und rechtzeitigen wechsel zu speziellen Antidepressiva wie Bupropion oder anderen womöglich vergleichbaren ADHS Mitteln auch in Kombi eben mit den NLs gegen Unruhe die man etwa beim Abilify ja gerne kritisiert.


    Weniger ist mehr bei den Medikamenten also nur die besten uns sinnvoll einsetzbaren Medikamente sollten eingesetzt werden. Für eine Trennung von Pharmaindustrie und Ärzte, eigene unabhängige Forschung. Gegen eine Fortsetzung von den KZs wie unter Hitler, gegen Nazi Eugenik die man durch Psychopharmaka heute verfeinert hat, da oft Sexuelle Funktionsstörungen und Wesensveränderungen auftreten, die Betroffenen eben das Leben schwer macht, also im Grunde Erfahrungsaustausch und Publikation dieser und Kritik gegen das Psychiatrie und Ärztesystem das diesen Genozid was ist mehr oder weniger ist zulässt.


    Also auch im Anschluss mit anderen Bewegungen aber zu unseren Bedingungen, weil die ebenso von der Pharmaindustrie unterlaufen sein können.


    So etwas in der Art auch wenn ich mich etwas wiederholt habe. Also auch mit den nötigen Druck auf die Politik und den Verantwortlichen für die Leitlinien, so das so eine Bewegung in der Lage ist ein Neues Zeitalter des psychiatrischen Friedens einzuläuten. Eben auch für die Wahrheit, ehrliche Aufklärung über die Erkrankung und Medikamente und den richtigen heilenden Umgang mit den Symptomen, für mehr rechte und dafür das der Lebensunterhalt von Betroffenen zu keiner Debatte steht und keine bürokratische Hyrden da sind, also das man keine Existenzgrundlage durch die Erkrankung verliert und auch wenn man Erspartes hat für genügend Sicherheit finanziell gesorgt wird damit das Vermögen bleibt, also die Rente entsprechend in diesen Jungen Jahren bezahlt wird zumindest eine Teilrente bei diesen schweren Diagnosen auch weil betroffene oft kaum das Alter wegen den Nls erreichen um Renten beziehen zu können und auch andere Probleme als Arbeit haben und diese erstmal Lösen und klar kommen sollten. Also kein zusätzlicher finanzieller Druck, ein System was betroffene auffängt. Mit Nls sollte Arbeit keine Zwangsveranstalltung sein wichtiger ist das auf ADs wie Bupropion hingearbeitet wird und betroffene selbst den Tackt angeben wann sie sich bereit für Arbeit fühlen und ihr Leben im Griff haben, auch genügend Psychotherapie und Gesprächsmöglichkeiten ernst nehmen der psychotischen Probleme und Hilfe dabei einen guten Umgang zu finden, so das man die Konzentraton auf Sinnvolle hobbys lenkt und seine Haltung Wahn überdenken kann, wozu eben auch Zeit gehört die tieferliegenden Ursachen und fehler der eigenen Logik zu verstehen und zu überdenken.


    Also im Grunde eine Komplett erneuerte Psychiatrie dem sich auch Ärzte und Psychiater die die Schnauze voll von diesen System haben anschließen können, auch für eine Faire Bezahlung der Ärzte über die Krankenkassen und einem Verbot von einnahmen durch Medikamente oder speziellen angeboten für Kliniken, also Strikt getrennt so das die Ärzte von den Krankenkassen bezahlt werden und die Pharmaindustrie keinen finanziellen druck aufbauen kann. Auch gegen Marketing einzelner Produkte also für echte Forschung die keine Bestechlichkeiten hat.


    Dieses etwa und auch anderes, wie denkt ihr darüber und wie würdet ihr euch so eine Bewegung vorstellen, was erwartet ihr euch?


    Gruß

  • Zitat

    Wissen ist die Waffe gegen die Psychiatrie

    Wissen ist die Waffe gegen jede Sauerei, DA JAGNA. Aber ohne Weisheit ensteht daraus nur mehr Sauerei.


    @Maggi: Ich finde es einfacher, sich auf einen Katalog von wenigen Grundforderungen festzulegen, der von einer maximalen Anhängerschaft getragen werden kann. Dazu gehören meiner Meinung nach:

    • Abschaffung des psychiatrischen Zwangs,
    • Verbot von Schocktherapien.

    Allein das erste Ziel reicht aus, uns alle über Jahre hinweg zu beschäftigen. Denn die Hauptarbeit jeder sozialen Bewegung ist die Mobilisierung der Allgemeinheit für die eigene Sache. Wenn wir als Betroffene einen gesellschaftlichen Wandel erreichen wollen, sind nicht die Politiker unsere ersten Adressaten, sondern unsere Familien, Freunde, Nachbarn, Bekannten, etc. Wir brauchen Öffentlichkeit, um Verbündete und Sympathien zu gewinnen. Und dies ist nicht möglich, solange wir selber im Umgang mit unseren Leiden unsicher sind. Deshalb war es für die Antipsychiatrie-Bewegung schon immer von zentraler Bedeutung, sich mit dem Konzept der "geistigen Krankheit" auseinanderzusetzen und einen sicheren Umgang damit zu finden. Ich persönlich finde, dass man nicht anti-psychiatrisch sein kann, wenn man nicht mit den Konzepten und Ideologien der Psychiatrie bricht. Wir müssen in diesem Rahmen neue Begriffe definieren, die unsere Lebenswirklichkeit adäquat erfassen. Voraussetzung dafür ist, zu erkennen, dass "geistige" oder "seelische Krankheit", im Gegensatz zu "körperlicher Krankheit", für den Betroffenen kein nutzbringendes Erklärungsmodell ist. Wir müssten also klären, was Schizophrenie für uns bedeutet und uns auf nützliche Konzepte einigen, die im Gegensatz zum psychiatrischen Mainstream stehen.


    Was die Pharmaindustrie betrifft, halte ich jede Reform für nutzlos, weil sie als Auswuchs des korporatistischen Kapitalismus bis in ihr Innerstes verfault ist. Das ist die Politik zwar inzwischen auch, aber es besteht immer noch der formale Anspruch, dass Politiker die Bürger repräsentieren sollen. Und solange eine Mehrheit der Bevölkerung noch daran glaubt, können wir sie beim Wort nehmen und Forderungen an die Politik stellen.


    Ich könnte mir also vorstellen, dass wir mit einer solchen Bewegung

    • das Bewusstsein (auch und vor allem unser eigenes) für die Schizophrenie verändern, indem wir darüber diskutieren und die Diskussion in die Öffentlichkeit tragen;
    • wenige, einfache, klare Forderungen an die Politik stellen.

    Ich hätte Interesse, mich mit der Frage "Was ist Schizophrenie eigentlich für uns?" mit anderen Betroffenen zusammen auseinanderzusetzen. Das muss sich nicht auf Schizophrenie beschränken, sondern darf gerne auch andere sog. Geisteskrankheiten umfassen. Ich suche die kritische Auseinandersetzung mit den Erklärungsmodellen der Psychiatrie und das daraus etwas neues, sinnvolleres entsteht.


    Was kann ich selber tun? Ich habe, nach Jahren der Unsicherheit, zeitgleich mit meinem Entschluss am Anfang dieses Jahres, meinem Umfeld reinen Wein eingeschenkt. All denjenigen, die geglaubt haben, man müsse mir mit Medikamenten zu einem halbwegs normalen Leben verhelfen, habe ich eine ruhige aber bestimmte Absage erteilt. Ich gehe nicht offensiv damit um und zwinge es meinen Mitmenschen nicht auf. Aber diejenigen, die es in der Vergangenheit mitbekommen haben, dürfen ruhig wissen, wie ich dazu stehe. So selbstbewusst kann ich nur sein, seitdem sich mein Bewusstsein für die Schizophrenie verändert hat. Deswegen meine ich, dass wir uns damit auseinandersetzen müssen. Damit wir mit absoluter Gemütsruhe den Argumenten der Psychiatrie entgegentreten können.


    Gruß.

    "Man ist und bleibt so lange ein Sklave, bis man vom Hoffnungswahn geheilt ist." - Emil Cioran (1911-1995)

  • Hört sich alles sehr gut an, nur denke ich das es schwer wird im direkten Umfeld Menschen zu mobilisieren.


    Das mit dem Zwang völlig abzuschaffen ist finde ich kaum realisierbar wegen den Risiken also Fremd- und Eigengefährdung, Medikamentös dagegen könnten die Schocktherapien durchaus unterbinden, da gibt es ja moderne wie Abilify die durchaus so potent wie Haldol sind und von daher normal in der Akutbehandlung eingesetzt werden sollten, das würde auch keinen echten Zwang bedeuten, da es nix im Vergleich zu den typischen Nls von den Nebenwirkungen her ist.


    -Zwang ganz abschaffen finde ich schwierig nur könnte man die Bedingungen klar regeln so das kein Missbrauch der Medikamente mehr stattfindet.




    Das mit dem offenen Bewustsein ist eben so eine Sache, dazu muss man erstmal einigermaßen klar sein und wissen worum es in der Eigenen Psychose gegangen ist. Selbst konnte ich erst viel später darüber reden und konnte erst nur sagen das ich krank war da es viel zu aktuell war. Also wenn wir gesund werden, dann tragen wir es automatisch nach Außen und das merken die anderen auch, das Problem ist aber das wir eher krank durch die Nls auch gemacht werden und die Angebotenen Therapien einen in die Position des schwächeren bringen, auf der Mitleidschiene glaub ich weniger das man da weiterkommt. Also ich finde es müssten die Probleme der Psychiatrie benannt werden und es müssen auch die Ärzte und Psychiater mitgenommen werden, eine reine Antipsychiatrische Bewegung ist lediglich Opposition, besser wäre es an der Spitze sich quasi zu setzen also der psychiatrischen Forschung voraus zu sein so das sie kaum mehr daran vorbeikommen.


    Also Zwang abschaffen finde ich wäre zu realitätsfern, diese Bewegungen sind schon die letzten Jahre gescheitert und vielleicht zum Scheitern verurteilt, die Risiken sollte man finde ich schon bedenken da eine Akute Psychose und Stimmungsschwankungen auch gefährlich für sich und das Umfeld sein können. Es wäre schon gut wenn sich die Bedingungen im Realistischen Maße verbessern, also denke Forderungen wie im Vorfeld genau über Medikamente und Erkrankung aufgeklärt zu werden und keine Typischen Nls wären wichtiger, als sich zu sehr mit Zwang zu befassen denn das kann zur Mausefalle werden wenn die Argumente der Psychiarie Gewichtiger sind, also vielleicht schon in diese Richtung aber mit Kompromisdenken, bei Dingen die schwer umsetzbar erscheinen.

  • Ich hoffe mal das Beste, aber sehr interessant @Balanced was du schreibst.


    Meine Bedenken sind die das bisherige antipsychiatrische Bewegungen weniger Effekt haben und das man sich als psychisch Erkrankter wo nur jeder 100ste betroffen ist außer über Internet und Selbsthilfegruppen vermutlich kaum politisch Organisieren kann und bei gesunden ist es immer eine Frage wie stark man diese mitnehmen kann, hat ja jeder seine eigenen Interessen.


    Demonstrationen kann ich mir so weniger vorstellen, da ich glaube das da die Sicht auf die Probleme fehlt und psychische Erkrankungen zu sehr ein Tabuthema sind, also ist es schwer das Umfeld da zu Organisieren. Eher vielleicht die Netzwerke also auch die anderer psychischen Erkrankungen, wie Depressionen Borderline Bipolar und so Hochsensible, also Aufklärung etwa im Netz und Selbsthilfe die bis zu den Psychiatern durchdringt einerseits.
    Sinnvolles und umsetzbares an die Politik und Ärzten. Gibt ja auch viele Kontaktmöglichkeiten im Netz, nur muss man da eben der Pharma voraus sein, da die vermutlich längst dagegen Arbeiten und ganz gezielt den Status Q sichern. Ist vermutlich ein Kampf der da geführt werden muss, damit sich wirklich etwas an der Situation verbessert. Da bräuchte es die richtigen Ansprechpartner die in der Lage sind etwas zu verändern oder eben das man wie du es beschreibst die Leute das Umfeld mitnimmt.


    so in etwa vielleicht als Zusatz.


    Gruß

  • Wofür das @Bremer77


    Eine Bekannte die ich damals in der Klinik kennengelernt habe .. sie ist Manisch /Depressiv und wurde schon 2 Mal in Ihrer Manischen Phase von der Polizei in die geschlossene gebracht und dort immer Zwangsbehandelt und fixiert und so weiter
    Nach dem Zweiten mal hat sie mit den Ärzten eine art vertrag ausgemacht in der steht das sie keine Beruhigungsmittel und auch keine Fixierungen mehr bekommen wird....
    Nur sprechenden menschen kann geholfen werden....


    Wenn der Kopf wieder zu voll ist und alles außer Kontrolle
    Die Stimmen in dir nur schweigen, denn ich wein'
    Sogar die Geister, die wir riefen, müssen warten
    Keine Panik, weil ich gleich wieder da bin
    Ich muss nur einen Moment für mich sein

  • Das die einen Vertrag zuhause liegen hat unterschrieben von den Ärzten das sie nicht mehr fixiert werden darf und auch keine Beruhigungsmittel mehr bekommt ^^ ohne das sie zustimmt


    Wenn der Kopf wieder zu voll ist und alles außer Kontrolle
    Die Stimmen in dir nur schweigen, denn ich wein'
    Sogar die Geister, die wir riefen, müssen warten
    Keine Panik, weil ich gleich wieder da bin
    Ich muss nur einen Moment für mich sein

  • Zitat

    man muss unfreiwillige Studien sabotieren durch Mogelei täuschen falsche Angaben und Manipulation von Arznei mitteln

    Also von falschen Studie weiß ich auch etwas .
    Ich war mal in einer Klinik , da haben die Patienten die Medikamente auf das Zimmer bekommen und mussten sie in
    Eigenverantwortung nehmen . Welch Wunder 50% der Leute dort haben die Medis nicht genommen . Man hat sich
    gewundert warum die Leute alle so hohe Dosen vertragen , was zur Folge hatte das die bei der Neumedikamentierung
    gleich eine höhere Dosis angesetzt wurde . Das war natürlich nicht gut für diejenigen die die Medikamente tatsächlich
    genommen haben .
    Also ja , lasst uns den Scheiß übernehmen .
    Eine online Zeitung oder sowas .

  • Ich würde es anders benennen, evtl. Betroffenen-Psychiatrie.


    Antipsychiatrie klingt nach einem ewigen Kampf gegen alles, was mit Psychiatrie zu tun hat, aber wenn wir mal ehrlich sind, sind wir doch froh, wenn sie uns in einer Klinik geholfen haben.


    Also ich habe zwar nicht durchgängig gute Erfahrungen gemacht, dazu bin ich schon zu lange dabei, und die Psychiatrie von vor 18 Jahren war verglichen mit dem heutigen Stand und den heutigen Möglichkeiten, noch katastrophal, aber da hat sich schon viel zum Guten hin getan.


    Aber ich bin auch der Meinung, dass die Arbeit in der Psychiatrie noch verbessert werden könnte und viel mehr Angebote gemacht werden müssten, wie zB nach dem finnischen Konzept zu arbeiten oder mehr Soterias einzurichten.
    Und natürlich müsste man viel mehr Öffentlichkeitsarbeit machen und den Leuten die falschen Vorstellungen und unbegründeten Ängste vor Psychotikern nehmen.


    Vorurteile sollten abgebaut werden, damit wir uns und unsere Krankheit nicht ständig verstecken müssen.
    Es müsste Schulungen zu diesem Thema im Umgang mit Psychotikern geben bei der Polizei, Feuerwehr, oder anderen Behörden, die mit Betroffenen beruflich zu tun haben.